Tanja Steinbach

strickt, häkelt, näht … überall, auch im TV

Nützliches (und schönes!) Strickzubehör, einfach selbstgemacht – als Geschenk, für einen selbst oder einfach so

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An sich bin ich ja ganz gut organisiert… aber Weihnachten kommt jedes Jahr schneller als gedacht und oft wurden dann auch meine „Geschenkepläne“ aus Zeitmangel über den Haufen geworfen… aber irgendwas „selbstgemachtes“ ist irgendwie immer dabei. Vielleicht geht es Euch ja auch so, und die Pläne für ein selbst gestricktes Geschenk zu Weihnachten müssen aus Zeitgründen begraben werden oder ihr habt einfach Lust mal einen netten Bastelnachmittag zur Entspannung einzulegen – ich genieße das immer total, schon die Auswahl der einzelnen Zubehörsachen macht einen Riesenspaß!

Außerdem lassen sich die nachfolgenden Ideen auch ganz leicht Abwandeln, für jede Jahreszeit oder für jeden Anlaß!

Starten wir mal mit selbstgemachten Maschenmarkierern – auf besonderen Wunsch meiner Lieblingskollegin – hier nun nochmals eine ausführliche Anleitung. Und so ein Maschenmarkierer ist übrigens auch ein sehr schöner Geschenkanhänger!

Weihnachtliche Maschenmarkierer – die hatte ich 2014 gebastelt und mehrfach als Set verschenkt 🙂

Natürlich kann man auch „ohne“ Maschenmarkierer stricken oder einfach eine Fadenschlinge benutzen – aber das Auge strickt ja mit. Ich finde die dekorativen Maschenmarkierer sehr hübsch im Gestrick und auch praktisch, vor allem wenn ich eine Mütze oder einen Loop in Runden stricke – dann markiere ich damit den Rundenanfang. Aber es gibt noch zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten…

Was brauche ich um einen Maschenmarkierer selbst herzustellen?

Zur Grundausstattung sollten eine Flachzange und ein guter Seitenschneider gehören, dann nylonummantelter Schmuckdraht, Quetschperlen, dekorative Schmuckperlen und vielleicht noch passende Perlkappen und zusätzlich kleine, farbige Glasschliffperlen oder dekorative Silberperlen oder, oder, oder… – aber das ist alles Geschmackssache. Vielleicht habt ihr ein gut sortiertes Bastelgeschäft in eurer Nähe oder sogar einen Perlenladen, da findet ihr sicher alles was noch fehlt – ansonsten ist das Netz auch hilfreich… aber Vorsicht! Perlen können süchtig machen…

Ich benutze immer diesen Schmuckdraht, der ist schön „dick“ und durch die Ummantelung bekommt er keine „Ecken“ und bleibt schön flexibel. Es gibt ihn auch in unterschiedlichen Farben. Zu Beginn sollte man auch überlegen, ob es ein Maschenmarkierer zum Öffnen (den kann man dann auch als Reihenmarkierer im Gestrick einsetzen) werden soll oder ob er geschlossen bleiben soll.

maschenmarkierer 1

Die kleine Grundausstattung zum Anfertigen von Maschenmarkierern. Der linke Maschenmarkierer ist zum Öffnen (= Reihenmarkierer), der rechte Maschenmarkierer ist aus einer einfachen Drahtschlinge gemacht und bleibt geschlossen

Für offene Maschenmarkierer bzw. Maschenmarkierer die man Öffnen kann [das sind dann auch Reihenmarkierer, da man sie auch ins Gestrick einhängen kann!], kann man sogenannte „Brisuren“ verwenden, dass sind eine Art „Ohrhaken“, wie man sie auch für den Ohrschmuck verwendet – Brisuren können aber geschlossen werden und verhaken sich so auch nicht im Gestrick. Schöne, kleine Karbiner sind natürlich auch gut geeignet.

So, dann geht es los

Erst mal überlegen für welche Nadelstärke die Maschenmarkierer verwendet werden sollen – ich mache meist Maschenmarkierer, die für möglichst alle Nadelstärken einsetzbar sind, also schön groß 🙂

Dafür ein ca. 10cm langes Stück Draht mit dem Seitenschneider abschneiden (Scheren werden unglaublich schnell stumpf… also besser nicht) – die Länge hängt natürlich auch von der fertigen Größe ab, in der Regel 2 x die gewünschte Länge + 1-2 cm extra – einfach mal ausprobieren. Den Draht zur Hälfte legen (nicht knicken! Aber das geht auch nicht so leicht), eine Quetschperle auf beide Drahtenden zusammen auffädeln und die obere Schlinge in der gewünschten Größe damit fixieren, also die Quetschperle mit etwas Kraft und Hilfe der Flachzange gut zusammenpressen. Wer hat, kann dafür auch eine spezielle „Quetschzange“ (aus dem Schmuckbedarf) einsetzen. Wer eine Brisur oder Karabiner einsetzen möchte – da wird im Prinzip gleich gearbeitet, den Draht durch die Öse fädeln und die Drahtschlinge wird dann eben möglichst klein gehalten und dicht neben der Öse fixiert.

maschenmarkierer 2

Hier sieht man die Drahtschlinge, schon fixiert mit einer Quetschperle. Dann werden die gewünschten Perlen aufgefädelt, hier im Bild ist es erst die „Sternchenperle“, dann ein Glasskristall und zum Abschluß wieder eine Quetschperle

Dann werden die gewünschten Perlen aufgefädelt – ganz so wie ihr möchtet. Ich nehme meist eine etwas größere „Schmuckperle“, wie hier im Bild der Stern, dazu kommen dann immer noch kleinere Perlen oder Glaskristalle, manchmal auch Perlkappen… zum Abschluß wieder eine Quetschperle, diese fest zusammen pressen und dann den überstehenden Draht knappkantig an der Quetschperle mit dem Seitenschneider abknipsen. Dabei wirklich darauf achten, dass es ein schöner, glatter Abschluß ist, so dass nichts übersteht und Fäden ziehen kann. Fertig!

Natürlich ist das nur eine Basisanleitung, sie kann vielfältig abgewandelt (und vermutlich auch verbessert) werden und es gibt sicher noch zahlreiche andere Möglichkeiten… man kann auch mit Ringösen, Kettelstiften,… oder was der Schmuckbedarf sonst noch so zur Verfügung stellt, arbeiten. Auch die Perlen kann man selbst z.B. aus Fimo anfertigen. Tipp: Bei der Auswahl darauf achten, dass alles möglichst „glatt“ ist, so dass die fertigen Maschenmarkierer sind nicht im Gestrick verheddern!

Über die Jahre habe ich schon viele unterschiedliche Markierer gemacht – es macht echt Spaß! Aber wem die Geduld & Zeit dafür fehlt, es gibt natürlich auch viele Anbieter dafür… ich habe auch gekaufte Maschenmarkierer, zum Beispiel arbeite ich bei sehr feinen Garnen mit diesen einfachen Ringen mit Perlen oder mit kleinen Sicherheitsnadeln mit Strasssteinen – diese habe ich letztes Jahr bei „Unwind Brighton“ bei „Knitting in France“ gekauft. Die kleinen Sicherheitsnadeln (ohne Strass) kann man auch kaufen oder man findet diese auch einzeln an gekauften Klamotten (damit werden manchmal die Etiketten eingehängt – also sammeln!)

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Maschenmarkierer von „Knitting in France“ – besonders schön ist auch das nette Döschen!

Als 2. Projekt möchte ich Euch die Magnetleiste oder das Stricklineal vorstellen, dazu kamen auch schon hin und wieder Nachfragen. Ich hatte diese praktischen Helfer schon ein paar Mal dieses Jahr gezeigt, damit kann man prima eine Anleitungsseite bzw. eine bestimmte Zeile oder eine Reihe der Strickschrift markieren. Ich hatte bei den Modellen in Mosaikmuster-Technik die Magnetleisten oft im Einsatz.

Was benötige ich dafür ?

Magnetfolie bzw. – streifen, bunte Bänder nach Wahl (jeweils ca. 45cm), scharfes Teppichmesser (Cutter), Metallleiste, ggf. doppelseitiges Klebeband, Schere

Ich arbeite mit den 2mm dicken Magnetfolien in DinA4 Größe von Rayher – die sind schön stark, liegen glatt und sind schon mit einer doppelseitigen Klebeschicht versehen. Aus einem Bogen bekommt man locker 10-14 Lineale geschnitten, je nachdem wie breit euer Band ist.

Es gibt auch schon in Streifen geschnittenes Magnetband (auf Rollen) – da habe ich aber bisher noch nicht das Richtige gefunden… bei mir liegen diese Bänder leider nicht „glatt“. Mit der Folie hat man auch die Möglichkeit jedes „Wunschband“ in jeglicher Breite zu verwenden.

So geht’s

Die Breite des Bands abmessen und auf der Magnetfolie (parallel zur Schmalseite, = ca. 21 cm lang) einzeichnen

1. Die Breite des Bands abmessen und auf der Magnetfolie (parallel zur Schmalseite, = ca. 21 cm lang) einzeichnen

 

Mit Hilfe der Metallleiste und dem Cutter den Streifen abtrennen. dafür muss man mehrmals schneiden und der Cutter sollte scharf sein. Damit die Metallleiste (Lineal) nicht so leicht verrutscht, diese auf den Hauptteil der Magnetfolie legen!

2. Mit Hilfe der Metallleiste und dem Cutter den Streifen abtrennen. Dafür muss man mehrmals schneiden und der Cutter sollte scharf sein. Damit die Metallleiste (Lineal) nicht so leicht verrutscht, diese auf den Hauptteil der Magnetfolie legen! Für eine Magnetleiste werden 2 Streifen benötigt

 

magnetleiste 2

3. Die Schutzfolie der Klebeschicht vom ersten Streifen abziehen , das Band aufkleben, dabei die Anschnittstelle etwa 5mm breit nach Innen umklappen. Den 2. Streifen dazu nehmen, prüfen welche Seite besser magnetisch angezogen wird, dann entsprechend hinter dem ersten Streifen, mit etwa 5 mm Abstand anlegen und das Band fortlaufend aufkleben, das Ende wieder etwa 5mm breit nach Innen umschlagen.

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Fertig! Durch den Abstand zwischen den beiden Magnetstreifen, lässt sich die Magnetleiste gut zusammen klappen.

Falls ihr nur eine Magnetleiste benötigt, diese kann man natürlich auch fertig kaufen, z.B. hier. Bei Knittybitty gibt es auch die magnetischen Vergrößerungsleisten – finde ich auch sehr praktisch, dafür braucht es dann aber noch eine Eisenplatte oder Magnetunterseite, damit diese auch hält.

Und falls ich Euch jetzt auch in Versuchung geführt habe, und ihr in Zukunft in jeder Stadt neben dem „örtlichen Wollfachgeschäft“ auch noch den Perlenladen oder gar eine Kurzwarenabteilung auf der Suche nacht tollen Bändern aufsuchen müsst, bitte ich euch jetzt schon um Entschuldigung… aber geteiltes „Leid“ ist ja bekanntlich halbes Leid 🙂 Aber ich finde es toll, wenn ich durch meine Maschenmarkierer-Sammlung kruschtle, die „Puppenköpfe“ erinnern mich an eine Reise nach Paris, die Türkis-Mosaikperlen an eine tolle Geburtstagsparty in Basel – also ganz besondere Souvenirs!

Natürlich kann man auch etwas fürs Stricken nähen (… für den Fall, dass ihr auch zufällig noch eine Stoffsammlung oder soll ich sagen „Lager“ habt…) – also falls ihr noch einen Nachmittag oder so für Geschenke investieren wollt, eine selbst genähte „Project-Bag“ um das aktuelle Strickwerk aufzubewahren und einfach mitnehmen zu können oder eine Nadelrolle, die man den individuellen Bedürfnissen angepasst aus dem Lieblingsstoff machen kann, sind auch etwas Tolles!

selbst genähte Projekttasche Foto: Coats GmbH

selbst genähte Projekttasche
Foto: Coats GmbH

Eine nette Anleitung für eine Projekttasche im „japanischen Stil“ findet hier (click).  (oder für alle, die sich nicht anmelden möchten, hier eine Arbeitsanleitung für die Tasche). Etwas einfacher, aber genauso schön sind auch einfache „Beutel“ , ähnlich einem „Schuhsäckchen“ (da gibt es diverse Anleitungen im Netz). Eine Anleitung für eine Nadelrolle gibt es hier (click). Oder auch als pdf-Datei „Nadelrolle“ hier.

gestrickte Täschchen

Gestrickte Täschchen – abgfüttert mit Stoff sind sie ideal zur Aufbewährung von Strickzubehör oder auch als Projekttäschen verwendbar!

Update: Vor kurzem hatte jemand die Anleitung zu den gestrickten Täschchen gesucht. Diese hatte ich im Frühjahr 2014 fürs ARD Buffet gemacht, leider sind sie auf der Webseite dort nicht mehr abrufbar. Ich ergänze die Anleitung hier (click), da die Täschchen sich auch ideal für Strickzubehör eignen!

So, nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nacharbeiten – falls ihr noch Ideen für selbstgemachte Strick- oder Häkelhelfer habt, würde ich mich über einen Kommentar dazu freuen!

 

 

 

 

5 Kommentare

  1. Wunder schône kleine Geschenke und natûrlich auch fûr mich

    Danke fûr die Anregungen

    Ich wûnsche Ihnen ein Gesundes und Gesegnetes Weihnachtsfest

    es grûsst Sie Margo Parent

  2. Ach liebste Tanja, deine Maschenmarkierer sind wunderbar und ich habe sie gerade wieder im Einsatz. Tausenddank dafür!

  3. Das sind ja tolle Tipps dafür und Deine Maschenmarkierer, die ich von Dir geschenkt bekommen habe, erinnern mich an eine schöne Zeit in Berlin <3

    Das Strickbeutelchen ist schon mal auf meiner Nähliste und die Magnetfolie wird auch bald eingekauft. Ich bin es langsam leid, immer wieder den nächsten Anleitungsschritt zu suchen.

    Liebe Grüße
    Rebekka

  4. Liebe Tanja, kann man im Patentmuster rechts und links zunehmen. Frage wie?
    Grüße L. Dodt

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